Maßnahmen zum Fledermausschutz im Landkreis Goslar
In diesem Jahr werden einige Optimierungen an bestehenden Fledermausquartieren im Landkreis vorgenommen. Unter anderem an den Stollen „König David“ bei Wolfshagen, einem ehemaligen Bunker in Lautenthal und an zwei Wasserläufen am Lautenthaler Kunstgraben. Diese Orte stellen wichtige Winterquartiere für Fledermäuse dar.
Es werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, von denen einige schon umgesetzt sind. Dazu zählt die Wiederaufwältigung eines verschütteten Mundlochs, das Einsetzen von neuen Gittern und Aufhängen von Hohlblocksteinen.
Am Stollen „König David“ wird zunächst das frühere Mundloch mithilfe eines Baggers von Erde und Gestein freigestellt. Diese hatten sich dort über längere Zeit angelagert und den Weg versperrt. Dieser Vorgang des Ausräumens wird Aufwältigung genannt. Um den Eingang zu sichern wird anschließend ein neues Gitter installiert. Dieses besteht aus Edelstahl und hat anders als die meisten Gitter waagerechte statt horizontale Stäbe.
Auch am Lautenthaler Kunstgraben wurden die Mundlöcher zweier Untertage-Wasserläufe, dem Wasserlauf Wöhlersberg und Adlersberg-Süd,bereits mit neuen Gittern ausgestattet.
Eine weitere Maßnahme, die im Zuge der Aufwertung des Schutzraums in Lautenthal ergriffen wurde ist das Installieren von Blähtonhohlblocksteinen. Diese imitieren natürliche Spaltverstecke und bieten den Fledermäusen somit geeignete Überwinterungsmöglichkeiten. Die in diesem Fall vollkommen geschlossenen Stahltüren wurden ebenfalls entfernt und durch neue Gittertüren, die im unteren Teil, bis auf Amphibienschlitze, geschlossen sind und oberhalb waagerechte Gitterstäbe haben, ersetzt.
Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Orte zugänglicher für alle Fledermausarten zu entwickeln sowie die vorhandenen Strukturen zu sichern und attraktiver zu gestalten. Außerdem waren alte Gitter zum Teil beschädigt und boten den Winterquartieren der Fledermäuse keinen qualitativen Schutz vor Störungen von außerhalb.
Durch die waagerechten Gitterstäbe der neuen Gittertüren sind die Stollen nun deutlich attraktiver, besonders für sogenannte Felsenfledermäuse. Insbesondere größere Arten meiden Stellen, die sie nicht gut durchfliegen können. Deshalb führen Gitter, dessen Stäbe nur horizontal ausgerichtet sind dazu, dass einige Fledermäuse die eigentlich geeigneten Höhlen eher meiden.
Alle Maßnahmen wurden und werden außerhalb der Überwinterunsgzeiten der Fledermäuse durchgeführt. Die Organisation und Begleitung wird vom Fledermausbeauftragten Herrn Wielert durchgeführt, womit er einen wichtigen Teil zum Artenschutz im Landkreis Goslar beiträgt.
Die Finanzierung der Projekte wird durch Ersatzgeld des Landkreis Goslar übernommen. Der LPV Goslar übernimmt dabei allgemein die Verwaltung des Projekts und der Projektgelder.
Fotoserien
Optimierungen an Fledermausquartieren (DI, 29. Juli 2025)
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