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Wiederherstellung eines Fledermauswinterquartiers - ehemalige Grube „König David“ im Heimbergstal

Wiederherstellung eines Fledermauswinterquartiers - ehemalige Grube „König David“ im Heimbergstal (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Wiederherstellung eines Fledermauswinterquartiers - ehemalige Grube „König David“ im Heimbergstal

Im Heimbergstal südlich von Wolfshagen wurde ab Sommer 2025 ein bedeutendes montanarchäologisches und naturschutzfachliches Projekt umgesetzt: die Wiederaufwältigung des Unteren Stollens der ehemaligen Grube „König David“ am Borberg. Ziel der Maßnahme war es, einen historisch überlieferten Bergbaustollen dauerhaft zu sichern und zugleich wieder als nutzbares Fledermauswinterquartier herzustellen.

Die Grube „König David“ ist erstmals im Jahr 1713 urkundlich erwähnt. Im 18. Jahrhundert wurde dort auf silberhaltigen Bleiglanz und Zinkblende gebaut. Zur Grubenanlage gehörten ein Oberer und ein Unterer Stollen sowie ein Tagesschacht. Der wirtschaftliche Erfolg blieb jedoch aus, sodass der Betrieb 1787 endgültig eingestellt wurde. In der Folge verfielen die Stollenmundlöcher zunehmend durch Frostsprengung und Hangbewegungen und waren schließlich vollständig verschüttet.

Der Untere Stollen war bis in die 1970er Jahre als Fledermausquartier bekannt. Bereits 1985 wurde das Mundloch im Rahmen eines Naturschutzprojektes provisorisch freigelegt, jedoch in den folgenden Jahrzehnten erneut verschüttet. Auf Grundlage historischer Quellen, alter Pläne sowie aktueller Geländebefunde wurde entschieden, den Stollen erneut wiederaufzuwältigen und dauerhaft zu sichern.

Nach erteilter denkmalrechtlicher Genehmigung und einer Mittelzusage aus Ersatzgeldern in Höhe von rund 15.000 Euro konnte die Maßnahme im August 2025 umgesetzt werden. Die Finanzierung erfolgte über den Landschaftspflegeverband Goslar. Die fachliche Planung, Koordination und Dokumentation übernahm der Fledermausregionalbetreuer des NLWKN, Siegfried Wielert. Unterstützt wurde das Projekt zudem von den Niedersächsischen Landesforsten, die für die Aufwältigungsarbeiten einen Bagger zur Verfügung stellten.

Nach dem Abtrag des Verbruchmaterials wurde der Mundlochbereich des Unteren Stollens wieder freigelegt. Zur langfristigen Sicherung und zur Optimierung als Fledermauswinterquartier wird ein fledermausgerechtes Edelstahlgitter (V2A) nach bewährtem Standard eingebaut. Dieses schützt den Stollen vor unbefugtem Betreten, ermöglicht aber weiterhin den freien Ein- und Ausflug der Fledermäuse und erhält das für die Überwinterung wichtige stabile Mikroklima im Stolleninneren.

Im Anschluss an die Wiederaufwältigung fanden mehrere Befahrungen statt, darunter eine Erstbefahrung sowie eine fachliche Begehung mit Montanarchäologen. Dabei konnte sowohl der gute Erhaltungszustand des Stollens als auch seine Eignung als Winterquartier für Fledermäuse bestätigt werden.

Mit der Wiederaufwältigung des Unteren Stollens der ehemaligen Grube „König David“ konnte ein wertvolles montanhistorisches Zeugnis gesichert und zugleich ein bedeutender Beitrag zum Fledermausschutz im Harz geleistet werden. Das Projekt verbindet Montangeschichte, Artenschutz und Landschaftspflege und wurde durch die enge Zusammenarbeit des Landschaftspflegeverbands Goslar, der Niedersächsischen Landesforsten und insbesondere durch den engagierten Einsatz des Fledermausregionalbetreuers Siegfried Wielert ermöglicht – ohne dessen fachliche Begleitung dieses und viele weitere Projekte nicht realisierbar wären.

 

Fotoserien

Wiederherstellung eines Fledermauswinterquartiers - ehemalige Grube „König David“ im Heimbergstal (MO, 12. Januar 2026)

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